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Eigentlich hatte ich mir für das Wochenende vorgenommen, meinem liebsten Hobby zu fröhnen: Parteiprogramme schreiben. Vielleicht ist sie bisher nur mir aufgefallen, aber es gibt eine eindeutige Marktlücke im deutschen Politzirkus. Dank Trump weiß ich jetzt, den Klimawandel zu leugnen schadet nicht dem politischen Image. Und das war doch ein geiler Sommer - oder etwa nicht? Ich glaube, was Deutschland fehlt, das ist eine Pro-Klimawandel-Partei! Gehen sollte das. Und an Wählern sollte es auch nicht mangeln. Schauen wir uns die beiden großen Wahl-Gewinner der Bayern-Wahl an, stellen wir fest: Wähler bekommt man mit radikalen Ansichten und dem Thema Umwelt. Warum nicht beides in einer Partei? Mathematisch könnte ich dann 27,7 % (Grüne: 17,5 % und AFD 10,2 %) aller Stimmen bekommen und wäre dann zweitstärkste Partei. Ich hatte den Bleistift schon angespitzt (in solch politisch wankelmütigen Zeiten meißel ich das mal lieber nicht direkt in Stein) und Blasenpflaster aufgeklebt. Und da hab ich dann leider unbedacht ins Abendblatt geschaut.

In der Musik ist die Stille genauso wichtig wie der Ton. Die Minimal Music hat dieses Konzept erforscht, John Cage in vier Minuten und dreiunddreißig Sekunden es hörbar gemacht. Oh Wonder hat den Minimalismus in die Pop-Musik gebracht. Und das Berliner Produktionstrio KitschKrieg. Die machen ihn jetzt hip. Schon der Projekttitel, KitschKrieg, lässt Rückschlüsse auf definierende Elemente zu. Den Kontrast, wie zwischen Gun`s und Rose`s, so zwischen Kitsch und Krieg. Die Flexibilität, Weite des Feldes, der Streufaktor. Kitsch und Krieg, das sind Wörter, die im Englischen und im Deutschen vorkommen. Und der Kontrast. Zwischen Kitsch und Krieg. Zwischen Trash und Kunst. Zwischen Ton und Stille.

Wir kaufen ein Bier und eine Uhr für 2 Euro auf dem Beckstraßenfest. Till freut sich über sein Bier. Und ich mich über meine Uhr. Sie sieht aus wie meine Casio, nur irgendwie anders. Und “7 Melody Chrono” steht drauf. In der Rindermarkthalle kaufe ich eine neue Batterie, im “Hot Dogs” setze ich sie ein. Und Till hat neue Sneaker. Jetzt laufen sie beide wieder. Till und die Uhr. Abends google ich den Markennamen, der auf einer schwarzen Plakete auf der Uhr steht. Jasa. Ich finde ein Youtube-Video, eine alte Ebay-Listung und zwei Einträge ohne Inhalt in Sammlerforen. 5 Stunden Recherche, einen Juwelier und ein Auktionshaus später bin ich Experte für die Entwicklung von Digitaluhren mit LC-Display in der UdSSR der frühen 80er.