13
Jun

60 | Es wird Herta

Mein strukturiertes Leben hat gestern um 11 Uhr geendet. Ich hatte meinem Deutschlehrer versprochen (oder gedroht, je nachdem, wen man fragt), dass, wenn ich schon mit den Schriftlichen bestehen würde, ich bei der Mündlichen komplett abdrehen würde. Feuerwerk. Mein Ziel für die mündliche Prüfung in Deutsch war, eine Prüfung zu halten, die keine ist, noch eine sein will. Die sich dem Zugriff durch schulische Bewertungssysteme komplett entzieht und sich trotzdem an alle Konventionen hält. Und so als Prüfung bewertbar bleibt. Die ich für mich und nicht für die Punkte mache. Ich wollte etwas erschaffen, was ab dann immer als das: “Ja, das geht” in Erinnerung bleibt. Etwas machen, was noch nie jemand gemacht hat. Und so habe ich meine mündliche Prüfung als ein 15-Minütiges Konzepttheaterstück inszeniert, in dem ich mich selber verhöre.

Das Stück findet als fiktives Verhör statt, in dem der Verhörende Herta Müller die beiden Gedichte vorlegt, die ich als Aufgabe behandeln sollte, und ihr vorwirft, diese staatskritischen Gedichte geschrieben zu haben. Sie hält die Biografie eines fiktiven Autors (der natürlich sie selber ist) entgegen und schafft es so, den Verhörenden zum Fragenden werden zu lassen. Am Ende geht es um die Frage was Schreiben eigentlich ist. Und die Antwort, dass beim Schreiben die Wörter zuerst gedacht und dann erzeugt werden, bei der Collage ist es umgekehrt.

Parallel zum Stück lief eine Powerpoint, in der jede Aussage aus dem Verhör anhand von Zitaten von Herta Müller selber oder aus fachwissenschaftlichen Texten belegt wurde. Ich habe beide Charaktere gespielt und dazu ein, in der Mitte geteiltes Kostüm verwendet so, dass, je nachdem auf welcher Seite des Tisches ich saß, eine andere Person anwesend war. Mein Deutschlehrer, Herr Wegemund, hat immer gesagt, dass alle sagen, dass sie dann später eine Widmung schreiben, aber es dann doch niemand macht. Also Herr Wegemund, das ist für Sie! Es wird Herta - Ein konzeptuelles Theaterstück in 3 Akten:

“Guten Morgen die Damen und Herren des Ausschusses zur Bewertung der persönlichen Wertigkeit für Staat, Lehre und Bildung. Ich begrüße Sie ganz herzlich. Sie wurden heute hierher beordert, um einem Verhör beizuwohnen und dieses danach, auf Grundlage der Ihnen vorliegenden Akten zu bewerten. In ihren Akten können Sie Beweismaterial sowie eine Transkription dieses Verhörs finden. Das Verhör werde ich führen. Die zu Verhörende ist die staatskritische Autorin Frau Herta Müller, der das Schreiben von staatskritischer Lyrik vorgeworfen wird. Sie finden die beiden Werke in ihren Unterlagen. Ich werde sie der Vollständigkeit halber aber noch einmal vortragen lassen”

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Lesung der Gedichte

Akt/AFB I - Der Detektor

Ein großer Mann steht im Raum. Zwei Stühle, ein Tisch in der Mitte, darauf eine Lampe, eine Schreibmaschine und ein seltsames Gerät. Er hält eine Akte in der Hand

V: Herta Müller, weiblich, im rumänischen Banat geboren, Deutschsprachig aufgewachsen? Ihre Großeltern stellten den Hof der Regierung freiwillig zur Verfügung, ihre Mutter war im Besserungslager, ihr Vater das Schwein, war SS-Soldat? Mit 15 aufs Gymnasium gewechselt, dort rumänisch gelernt. Danach waren Sie Übersetzerin in einer Maschinenfabrik. Wir haben Sie mehrfach versucht, Sie für unsere Sache anzuwerben. Sie haben sich geweigert. Ist das richtig?

Der Mann wechselt die Seite und setzt sich auf den Stuhl. Die Seite die er nun dem Publikum zuwendet ist als eindeutig weiblich zu erkennen

H (zum Publikum gewandt): Nachdem Ceaușescu 65 in Rumänien an die Macht kam ging es mir schlecht. So schlecht, dass ich schließlich 87 nach Berlin ins Exil floh. Der Geheimdienst, genannt Securitae, hatte mehrfach versucht, mich zu einem seiner Spitzel zu machen, ich hatte mich geweigert (“Und ein paar Jahre später rückten sie mir auf die Haut - Ich sollte in der Fabrik meine Kollegen bespitzeln und weigerte mich” - Essays S.63). Seitdem werde ich fast wöchentlich verhört. Wann immer sie mich verhören, schminke ich mich besonders gut, damit sie sehen, dass ich noch da bin. Manchmal kommen sie auch in meine Wohnung und durchsuchen meine Sachen. Dann hinterlassen sie kleine Zeichen ihrer Anwesenheit, damit ich paranoid werde. Zigarettenstummel in der Toilette oder Bilder auf dem Bett (“Ich kam nach Hause […] und das Bild von der Wand war quer durchs Zimmer aufs Bett gefallen” - Essays S.40). Meine Großeltern wurden zwangsenteignet, meine Mutter war im Arbeitslager.

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H (zum Verhörenden gewandt): Ja

V: Wissen Sie, warum Sie heute hier sind?

H: Nein Deutet in Richtung des Publikums Können die mich sehen?

V: Dort ist niemand, Frau Müller. Haben Sie das hier schon einmal gesehen? V schaltet zwei Overheadprojektoren ein. Sie werfen zwei Collagen an die Wand

H: Nein

V: Aber wissen Sie denn, woher wir das haben?

H: Ja, ich bin schließlich Nichtraucherin!

V: Aha Frau Müller … Wir können das jetzt auf dem leichten oder auf dem harten Weg haben. Das hier ist ein Lügendetektor und der leichte Weg. Ich werde Ihnen zwei Testfragen stellen um das Gerät zu kalibrieren.

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V: Sind Sie mit mir in diesem Raum alleine?

H: Ja. Das Gerät macht ein Geräusch

V: Sind sie eine Frau?

H: Ja. Das Gerät macht das selbe Geräusch

V: Nun denn. Haben Sie, Frau Herta Müller, diese beiden Gedichte geschrieben?

H: Nein. Das Gerät macht noch einmal das selbe Geräusch

V: Also der harte Weg. V tippt in die Schreibmaschine Leitfrage des heutigen blickt ins Publikum Verhöres: Hat Herta Müller die beiden vorliegenden Gedichte geschrieben?

Akt/AFB II - Das Verhör

V: Nun Sie sind doch Autorin Frau Müller? Keine Gute, aber Autorin, das werden selbst Sie nicht leugnen können. Was könnte der unbekannte Autor dieser Gedichte uns denn sagen wollen?

H: Vielleicht wollte er nicht erkannt werden und deswegen sieht das aus wie Erpresserbriefe, was Sie mir da vorlegen (“Erpresserbriege? Nein. Ich glaube, ich habe noch nie jemanden erpresst. Erpressung ist etwas schreckliches, etwas vom schlimmsten” - Im Spiegel).

V: Wollen Sie sagen der Autor möchte den Staat erpressen?

H: Nein, vielleicht fand er nur die Zeitungen zu Schade zum wegschmeißen, Sie sind doch so schön bunt (“Und ich habe mir bei den Zeitschriften gedacht: Mein Gott, was für schönes Papier. Und die Schriften, die Bilder! Und alles wird weg geschmissen. Also wollte ich etwas damit machen” - Im Spiegel). Oder vielleicht wollte er auch nur eine Alternative zu den kitschigen Ansichtskarten basteln (“Ich habe vor Jahren angefangen, Freunden Karten mit zusammengeklebten Wörtern zu schenken” -Im Spiegel). Wer weiß. Vielleicht bastelt der Autor einfach gerne, vielleicht gefällt ihm einfach das Handwerkliche (“Es ist eher das Handwerkliche, das mir daran gefällt” - Im Spiegel).

V: Sie wollen also sagen, dass das hier keine staatskritische Lyrik sei, sondern ein Bastelprojekt?

H: Das haben Sie jetzt gesagt. Vielleicht wollte er auch nur eine Alternative zu den etwas unbeholfenen Reimen aus den Staatsliedern (“Ich kannte Reimgedichte […] aus der politischen Propaganda […] Wenn dann auch noch die letzte Silbe betont wurde, war das […] ein rythmisches Teppichklopfen” - Aus der FR). Hören Sie mal, das ist doch so abstrus, das könnte doch auch ein Kind geklebt haben, oder etwa nicht (”[Das Gedicht, das i] n der Perspektive eines kindlichen Staunens über eine mächtige, weibliche Glanzerscheinung geschrieben erscheint” - FAZ)?

V: Über Selbstmord, na sicher, Frau Müller. Wo wir dabei sind. Was meinen Sie denn, was könnte der Autor gemeint haben: “Dann war es wieder Selbstmord”? Will er damit dem Geheimdienst unterstellen Personen vom Balkon zu stoßen und es dann als Selbstmord darzustellen?

H: Nein wozu sollte der Geheimdienst das denn tuen? Das hat bestimmt selber ein Geheimdienstler geschrieben und meint, dass wenn einer aus der Regierung Selbstmord begeht, weil er keine Lust mehr am Regieren hat, dass es dann wie ein Unfall aussehen soll, ein Schubser in den Hollunder… (“So wie die Machtelite ihre Morde als Suizid inszenierte, tat sie […] auch das Umgekehrte, stellte den Suizid hoher Bonzen als Unfälle dar” - Essays S.77)

V: Wollen Sie sagen, die Mitglieder unserer glorreichen Regierung wären so schwach, dass sie Selbstmord begehen würden, Frau Müller?

H: Das sagen Sie jetzt.

V: Und überhaupt was soll das mit den Häusern heißen? Kann es sein, dass der Autor heimlich den Staat beschuldigen will, dass die Vergemeinschaftlichung nicht gerecht sei?

H: Ich glaube nicht. Vielleicht geht es Ihm doch nur um die Natur, die durch die Menschen gestört wird. Wissen Sie, in Zeile 5 kommt ja erst die Patrouille. Dann stolpert auch der Reim (“Da wird zunächst in 4 Versen ein Naturidyll […] gezeichnet. Erst im fünften Vers kommt die Welt des Menschen mit dem Eckhaus in den Blick” - FAZ). Vielleicht geht es um das Innerste, ich will es einmal den König nennen. Das Innerste wohnt in den Dingen. Die Könige können die Dinge nicht verlassen, aber sie kennen einander (“Die Könige verlassen ihre Gegenstände nicht, doch sie kannten einander, traffen sich in meinem Kopf” - Essays S.59). Der Fellkönig kennt den Federkönig und der Wasserkönig kennt den Blattkönig. Sie alle kennen den Stadtkönig und seinen Vertreter, den Papierkönig und den Eckhauskönig (“Der Text dieser Collage ist ein später Reflex auf den König des Dorfs […] dem Mord der […] alss Selbstmord gefälscht wird. Er ist ein Staatskönig” - Essays S.60). Der Stadtkönig lässt keine Schwäche erkennen, wenn er torkelt meint man, er verneigt sich, aber er verneigt sich und tötet (“Der Stadtkönig lässt sich seine Schwäche nicht anmerken, wenn er torkelt meint man, er verneigt sich, aber er verneigt sich und tötet” - Essays S.60).

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V: Meinen Sie, Frau Müller? Und der dünne Polizist? Ist unser Polizeiapperat etwa unterernährt oder am verhungern oder was? Und die riskante Laune? Soll das jetzt was mit Polizeiwillkür zu tuen haben?

H: Nein, unser Polizeiapperat ist doch nur sportlich und deshalb schlank, vielleicht kennt er Ihn ja, der Autor den Polizisten. Riskant gelaunt. Naja, da wird es bestimmt um Dorferinnerungen gehen, vielleicht haben Sie ja alle Abends zusammen geskatet.

V: Aber was das mit dem Klee soll, das weiß ich jetzt auch nicht so ganz …

H: Naja wenn Ihnen der Klee am Kinn vorbei wachsen würde, dann müssten Sie schon sehr tief im Boden stehen, dreiviertel im Grab…

V: Und das Gürtelkleid,was hat das dann mit dem Grab zu tuen?

H: Naja wissen Sie, bei uns im Dorf hat die Schneiderin an den Kleidern der Frauen ihr Leben abgezählt: Die braucht noch 5 Kleider, hat sie gesagt, ganz so wie der Friseur. Er hat das Leben der Männer an den Haaren gezählt (“Wenn der Sack so schwer ist wie der Mann. Ich stecke die Haare aller Männer in einen Sack […]” - Essays S.48). Vielleicht war das bei dem Autor im Dorf ja auch so. Das könnte ja auch mit dem Haarknoten gemeint sein, in dem der Haarkönig wohnt. Oder es ist sein Gegenstück, die Dame, die in den Haaren wohnt. Sie beschützt den eigenen König im Kopf, mit den Haaren (“Das Hirn hatte die Haare hochgestellt, um den Kopf zu verlassen […]” - Essays S.22). Jeder Mann, den der Staat sich nimmt hat doch keine Haare mehr. Sein König wird nicht mehr beschützt…

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V: Meinen Sie unser Autor stirbt? Nein bestimmt nicht … Aber kritisiert der Autor da nicht das Postsystem oder unterstellt dem Geheimdienst sogar er würde die Pakete nicht ordnungsgemäß zustellen?

H: Ach ich glaube nicht. Wissen Sie, man verliert sich manchmal einfach aus den Augen…

Akt/AFB III - Urteil

V: Ja da werden Sie recht haben. Gut Frau Müller, Sie haben meine Erlaubnis sich zu erheben. Ihren Fahrradschlüssel erhalten sie am Ausgang”

H erhebt sich ohne ein weiteres Wort und verlässt den Lichtkegel

V (zum Publikum gewandt): “Nun meine Damen und Herren. Sie waren Zeugen dieses Verhörs. Es ist nun an Ihnen, mir Fragen zu stellen und schlußendlich zu einer Bewertung zu kommen. Unter Ihren Stühlen können sie zwei Karten finden. Mit diesen können Sie signalisieren, ob sie Frau Herta Müllers Aussage, sie habe diese Gedichte nicht geschrieben für Wahr befinden oder nicht. Ich wünsche einen guten Tag.”

V verlässt ebenfalls den Lichtkegel. Zieht sich aus und kehrt zurück

Doch lassen Sie mich vielleicht vorher noch etwas sagen. Die Leitfrage dieses Verhörs war, ob Herta Müller die beiden Gedichte geschrieben hat. Dabei geht es hier keinesfalls, um eine Klärung der Autorenschaft. Viel mehr um die Frage, was Schreiben bedeutet. Ist es der willentliche Akt, Wörter zu Papier zu bringen? Aber wenn die Wörter schon da waren, und nicht die Eigenen sind? (“Vielleicht hat das damit zu tun, dass es gefundene Wörter sind. Ich habe ja ein wenig den Eindruck, es seien gar nicht meine. Ich bekomme sie ja schließlich von jemandem.” - Aus der FR)

Sie mögen auf den Lügendetektortest verweisen. Aber war Frau Müller wirklich alleine im Raum? Und war sie wirklich Frau? Die empirische Antwort bleibt uneindeutig, vielleicht, weil sie es selber nicht wusste. Auch der Verhörende ist sich bald schon nicht mehr sicher und wirkte mehr fragend als verhörend. Ich selber halte sie für die Autorin, aber nicht für den Schreiber (“Weil die Wörter schon vorhanden sind, denke ich manchmal, dass ich es gar nicht bin, die schreibt. Das sind Sie [die Wörter] selbst.” - Aus der FR). Es ist viel mehr die Intuition, die sie zu bestimmten Wörtern hingezogen haben mag, die wiederrum auf ihrer Biografie, ihrem Wesen und dem politischen Klima basieren mag, diese Intuition, die hier der Schreiber war. Aber wie kann ein Staat eine Intuition einsperren, wo er doch selber die Biografie durch 5-Jahrespläne definiert, das politische Klima erschafft und versucht, das Wesen der Bürger mit Absicht zu brechen? Der Staat würde sich selbst einsperren.

Was Herta Müller getan hat, das ist heute wichtiger denn je. Das Semesterthema: Sprache, Medien, Lesen befasst sich mit den grundlegenden Kulturfähigkeiten und ihrer Bedeutung zur heutigen Zeit. Ich glaube, dass Herta Müller den eigenen Wörtern nicht traute und deswegen die der Anderen benutzte, um das zu sagen, was sie selber nicht sagen durfte. Dass ein Wort sagt, was es ist und, dass man viel tun muss, damit es das nicht mehr macht (“Ein Wort sagt, was es ist. Man muss viel tun, damit es das nicht mehr macht” - Aus der FR). Dass Wörter politische Bedeutung haben können, wie das Wort “Russisches Kaugummi” als Bezeichnung für Sonnenblumenkerne (“Die Worte gaben […] politische Haltung […] die Sonnenblumenkerne [hießen] Russisches Kaugummi” - Essays S.38). Herausfinden was nicht gesagt wird, weil es nicht gesagt werden kann. Dass Wörter zu vage, zu dehnbar für die klaren Gedanken sind, die wir in dieser, beschleunigten Welt übermitteln müssen (“Alle Wörter können zu falschen oder zu richtigen Wörtern werden” - Aus der FR). Dass, auch wenn wir nicht in einer Diktatur leben, wir nicht der Sprache und der Schrift blind vertrauen dürfen (”[Sprache] kann sich mit allem verbünden. Sie kann auch töten, sie kann retten, in einer Situation, in der es auf das richtige Wort ankommt” - Aus der FR). Denn davon lebt eine Demokratie. Von aufmerksamen Menschen. Von wachen Menschen. Wer in der Demokratie schläft, der wacht in der Diktatur wieder auf.

Hat Herta Müller diese beiden Gedichte geschrieben? Nein, das waren wir. Sie und Ich. Aber ich weigere mich die arrogante Position zu beziehen, eine Lyrik über des Gefangen sein in fixen Aussagen einzusperren. Es ist am Ende die Entscheidung jedes Einzelnen, was er mit den Worten tut. Was Sie mit Müllers und meinen Worten tuen. Sie dürfen jetzt die Karten zeigen: Rot ist die Schuld und Weiss ist die Unschuld. Dankeschön.

QITAN

*Aus rechtlichen Gründen kann ich diesem Artikel keine Bilder der Gedichte beifügen (Urheberrecht und so). Und da die Gedichte Collagen sind, macht es kaum Sinn, sie nur abzutippen. Ein Großteil der in diesem Stück verwendeten Aussagen stammt aus ihrer Essaysammlung “Der König verneigt sich und tötet” (Der kleinen Ausgabe im Bibelformat mit der lilanen Zwiebel vorne darauf), sowie aus diesem Spiegel-Interview, diesem Artikel der Frankfurter Rundschau, dieser Rezension aus der FAZ und einer wissenschaftlichen Arbeit von Minu Hedayati-Aliabadi

**Mir ist bewusst, dass die tatsächlichen Verhöre von Frau Müller weitaus weniger angenehm gewesen sein müssen. Es wird wohl kaum tatsächlich zu einer solchen Diskussion gekommen sein. Diktatorische Staaten neigen einfach nicht dazu, zu diskutieren. Auch dürfte Ton und Umgang ihr gegenüber anders gewesen sein. Da dieses Stück aber als eine mündliche Abiturprüfung aufgeführt wurde, hatte ich mich, mit Rücksicht auf die Benotung, entschieden, historische Richtigkeit gegen Bewertbarkeit einzutauschen

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